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Kenia, seit April 2018

Johan Jaquet

Johan Jaquet (1988)

Psychologe, La Chaux-de-Fonds


1. Newsletter aus dem Einsatz

Nach zwei Monaten in Kenia berichtet Johan Jaquet in Form von Tagebuch-Einträgen über seine Erfahrungen als PBI-Freiwilliger. 

Nairobi, PBI-Haus, 20. Mai 2018

Während der vergangenen Wochen besuchte ich zum ersten Mal Mathare, einen informellen Vorort Nairobis, wo unsere Partnerorganisationen ihre Aktivitäten durchführen.

Wanjau, welcher sich als ehemaliger Dieb und heutiger Menschenrechtsverteidiger vorstellte, führte uns durch den Vorort, welcher mehr als 400'000 Einwohner pro 4 km² zählt. In einigen Schulen, die wir auf unserem Weg durch Mathare besichtigten, waren die SchülerInnen in winzigen Räumen eingepfercht. Die AnwohnerInnen beobachteten uns auf dem Rundgang neugierig und wir fühlten uns wie Touristenattraktionen.

Beim Rundgang durch Mathare hatte ich die Gelegenheit unsere Partnerorganisationen kennen zu lernen: das Mathare Social Justice Centre und die Ghetto Foundation. Gemeinsam mit PBI und SaferWorld führen diese beiden lokalen Organisationen ein Projekt zum Thema aussergerichtliche Hinrichtungen durch, das von der Europäischen Union finanziert wird.

In der gleichen Woche reisten zwei PBI-KollegInnen aus Europa an, um uns und den drei Partnerorganisationen einen Workshop in Finanzmanagement zu geben. Es war eine Freude David und Polyxeni bei uns willkommen zu heissen. Besonders hat es mich gefreut, als diese mir nach unserer Rückkehr aus Mathare sagten, dass sie von den guten Beziehungen zwischen Begleiteten und Freiwilligen beeindruckt seien.

Lesen Sie den ganzen Newsletter von Johan Jaquet (in Französisch)


TV-Reportage

Sehen Sie sich die TV-Reportage "Johan Jaquet part au Kenya, protéger les activistes" auf Canal Alpha mit Johan Jaquet vor der Abreise an. (12. April 2018).


Vor der Abreise

Seit rund fünfzehn Jahren bin ich daran interessiert, mich mit einer NGO im Ausland für soziale Gerechtigkeit zu engagieren. Ich wollte gut darauf vorbereitet sein und eine NGO finden, die meinen Werten entspricht und in ihrer Funktionsweise nicht zu «neo-kolonialistisch» veranlagt ist. Das Exportieren und Umsetzen westlicher Arbeitsweisen scheint mir den lokalen Organisationen nicht den nötigen Respekt entgegenzubringen und zeigt langfristig keine positiven Effekte. Zusätzlich war ich, auf Grund von Freunden und Familienmitgliedern aus Kamerun und Ruanda, schon immer vom subsaharischen Afrika fasziniert. So war es für mich klar, wohin es mich ziehen würde.

Sinnvolle Prinzipien und Methoden

Nachdem ich 2011 zum ersten Mal mit PBI in Kontakt kam, konnte ich mein Vertrauen in die Organisation als Mitglied der Regionalgruppe in der Romandie ab 2014 stärken. 2016 spürte ich, dass nun der richtige Moment gekommen war, um ins Ausland zu gehen und ich bewarb mich für das Kenia- Projekt. Die Prinzipien und Methoden von PBI erscheinen mir sinnvoll und durchdacht, sowohl für die Freiwilligen, wie auch für die begleiteten Organisationen. Leider wurde ich nach der äusserst lehrreichen Ausbildungswoche für zukünftige Freiwillige nicht ausgewählt, sondern befand mich auf der Warteliste. Heute, nach einem neunmonatigen Aufenthalt als Freiwilliger in Goma (Nord- Kivu, Demokratische Republik Kongo) mit einer anderen NGO, darf ich mich dem PBI-Team in Nairobi endlich anschliessen und mein Projekt somit verwirklichen.

Die MenschenrechtsverteidigerInnen als HoffnungsträgerInnen

Ich freue mich darauf, die MenschenrechtsverteidigerInnen aus Nairobi und anderswo kennenzulernen und begleiten zu dürfen. Die Mitglieder des Freiwilligenteams stammen aus vier verschiedenen Kontinenten, was sicherlich spannende Diskussionen mit sich bringen wird. Ich werde zweifellos unglaublich viel von all diesen Personen lernen und hoffe, dass wir einen bescheidenen Beitrag zur wertvollen und mutigen Arbeit der MenschenrechtsverteidigerInnen leisten können.


Abschiedsfest von Johan Jaquet

Johan Jaquet erklärt seine Rolle als PBI-Freiwilliger
Das Publikum folgt gespannt den Präsentationen
Katia Aeby präsentiert die Arbeit von PBI


Peace Brigades International
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